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Parenteral

Der Begriff Parenteral kommt aus dem Lateinischen und heißt unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes; durch subkutane, intramuskuläre oder intravenöse Injektion bzw. Infusion.

Notwendig wird diese Form der künstlichen Ernährung, wenn die „Schluck- und Verdauungsstrasse“ – infolge von Krankheit oder einer Operation – ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann.

Bei der künstlichen Ernährung über die Vene gelangen alle wichtigen Nahrungsbestandteile in Form ihrer kleinsten Bausteine direkt ins Blut. Der Organismus wandelt diese Nahrungsbausteine ebenso in Energie und Baustoffe um wie Nahrung, die über Magen und Darm aufgenommen wird.

Mit diesen Infusionslösungen erhalten die Betroffenen alle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung: Flüssigkeit, Kohlenhydrate, Eiweiße, Salze und – vor allem bei längerer künstlicher Ernährung – auch Fette, Vitamine und Spurenelemente. Die Zusammensetzung dieser Ernährungslösungen lässt sich so exakt bestimmen, dass die Betroffenen mit ihnen unbegrenzt lange ernährt werden könnten.

Für die parenterale Ernährungstherapie gibt es eine Vielzahl von verschiedenen zusammengesetzten Infusionslösungen, die sich einzeln, kombiniert oder gemischt verabreichen lassen. Bei der Entscheidung für die beste Ernährungstherapie spielen u. a. der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten, sein Alter, sein Gewicht und seine Größe eine wichtige Rolle.

 

Infusionspumpen (stationär)

                                             

 

 

 

Bild Quelle B.Braun

 

Bild Quelle Alaris

Pumpen zur parenteralen Ernährung fördern die Infusionslösung aus entsprechenden Flaschen oder Beuteln mit Hilfe von speziellen Überleitungsbestecken, welche mit den im Blutgefäßsystem liegenden Kathetern verbunden werden. Der venöse Zugang stellt hohe Anforderungen an die richtige und sichere Funktion der Pumpen, deren Ausstattung höherwertig sein muss.

Spezielle Überwachungs- und Alarmvorrichtungen müssen Fehlförderungen mit hohem Risiko (insbesondere das Pumpen von Luft in das Blutgefäßsystem) verhindern.

Multi-Therapie-Infusionspumpen (mobil)

 

 

 

 

 

 

Bild Quelle Applika

 

                Bild Quelle Smith Medical

 

Bild Quelle B.Braun

Diese Multi-Therapie-Infusionspumpen wurden speziell für die Bedürfnisse des ambulanten Patienten entwickelt. In diesen Pumpen sind verschiedene Infusionsschemata wie unter anderem kontinuierliche, intermittierend, 25 Phasen, PCA und Ein- und Ausschleichende Förderung wählbar. Durch eine Vielzahl von Einstellungen bieten die Pumpen für den Anwender eine einfache, zeitsparende und sichere Handhabung. Maximal mögliche Sicherheit für den Patienten bieten die Alarmfunktionen, mit denen diese Pumpen ausgestattet sind.

Infusionsbesteck zur Schwerkraftapplikation

Ab Verbindung zwischen den Arzneimittelbehältern (z.B. Infusionsflaschen) und dem Zugang am Patienten wird ein Infusionsbesteck verwendet. Dies besteht aus Einsteckteil, Tropfkammer mit Belüftung, Schlauch mit Rollenklemme und einem Anschluss-Stück mit Luer - Lock - Verbindung. Solche Infusionsbestecke sind ausschließlich für einen einmaligen Gebrauch geeignet und müssen nach Herstellerempfehlung sowie nach geltenden Hygienerichtlinien alle 24 Stunden gewechselt werden, um Kontaminationen und Infektionen zu vermeiden.

Infusionsbesteck zur Pumpenapplikation

In dem Schlauch ist ein spezielles, genau definiertes Stück aus sehr flexiblem Kunststoff oder eine Kassette eingelassen. Dieses so genannte Pumpensegment wird in die Infusions- pumpe eingelegt und ermöglicht so eine präzise Förderungen. Das Besteck ist zur verwendeten Pumpe vollkompatibel. Solche Infusionsbestecke sind ausschließlich für einen einmaligen Gebrauch geeignet und müssen nach Herstellerempfehlung sowie nach geltenden Hygienerichtlinien alle 24 Stunden gewechselt werden, um Kontaminationen und Infektionen zu vermeiden.

Infusionsbesteck zur Überleitung von Fettemulsionen in einen Zweikammerbeutel

Als Verbindung zwischen dem Fettemulsionsbehälter und dem Zugang am Zweikammer- beutel wird ein Fettüberleitungsbesteck verwendet. Dieses besteht aus zwei Einsteckdornen und einer Rollenklemme und ermöglicht die Überleitung des Fettes in einen Zweikammerbeutel mit Aminosäuren und Kohlenhydraten. Solche Infusionsbestecke sind ausschließlich für einen einmaligen Gebrauch geeignet und dürfen nach Hersteller- empfehlung sowie nach geltenden Hygienerichtlinien nur einmal benutzt werden.

Zubehör zur Infusionstherapie

  • An- und Abhängesets sowie Portpunktionsset oder Einzelkomponenten:
  • Desinfektionsmittel (für Haut-, Hände- und Flächendesinfektion)
  • Sterile Abdecktücher
  • Abwurfbehälter
  • Sterile Tupfer
  • Sterile Kompressen
  • Fixierpflaster
  • Sterile Handschuhe
  • 10 ml Spritzen
  • Einmalkanülen
  • Verschlussstopfen
  • Infusionsständer
  • Rucksack

Port-Punktionsnadeln

Ursprünglich als “Huber-Nadel“ eingeführt, nunmehr vielfach modifiziert, zeichnet die Portpunktionsnadeln ein spezieller Schliff aber auch eine spezielle Krümmung aus. Hierdurch soll während des Durchstechens des Silikon-Gummi-Pfropfens eine Ausstanzung von Pfropfensubstanz sicher vermieden werden. Gleichzeitig soll erreicht werden, dass die durch die Nadel verursachten Kanäle im Pfropfen kongruente und glatte Oberflächen haben, welche sich sofort nach Entfernen der Nadel wieder dicht aneinander legen und damit eine Leckage des Systems verhindern.

Abgesehen von den aus den genannten Gründen vorgegebenen Krümmungen können die Nadeln gerade (für kurzfristige Infusionen) oder aber rechtwinkelig gekrümmt (für längere Verweildauer im Port) sein. Letztere erlauben eine bessere Fixierung und tragen in der Regel auch spezielle Abdeckmuffen, welche mit desinfizierenden Gels gefüllt, eine Kontamination des Systems verhindern sollen.

Die Spezialnadeln werden in verschiedenen Längen angeboten, was insbesondere bei den rechtwinkelig gebogenen Modellen von Bedeutung ist, da die Distanz der bis zum Anschlag in den Port eingeführten Nadel zur Haut möglichst gering sein soll, andererseits aber eine Kompression der Haut durch die anliegende Nadel jedenfalls vermieden werden muss. Die neueren Modelle sind auch bereits fix mit kurzen Anschlussschläuchen versehen, welche ein Füllen mit Spüllösung (isotone Kochsalzlösung) vor Verwendung erlauben.

 

Parenterale Ernährung – die Infusionslösungen 

Die totale parenterale Ernährung (TPE) hat zum Ziel, die Betroffenen Bedarfs deckend mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Dazu gehören Kohlenhydrate, Aminosäuren, Fette, Elektrolyte, Vitamine und Spurenelemente.

Die parenterale Ernährung weist einige Besonderheiten gegenüber einer enteralen Ernährung über den Verdauungstrakt auf:

  • Die Gabe erfolgt direkt in den Blutkreislauf, d.h. sämtliche zugeführten Nährstoffe müssen schon  vollständig “verdaut“ sein, da der Abbau in Magen-Darm-Trakt umgangen wird
  • Eiweiß wird zugeführt in Form von Eiweißbausteinen, den Aminosäuren
  • Kohlenhydrate werden zugeführt in Form von Traubenzucker (Glukose)/li>
  • Fett wird zugeführt in Form von Fettemulsionen vergleichbar der Milch, die kleinste (nicht mit dem bloßem Auge sichtbare) Fett-Tröpfchen enthalten
  • Mineralien (Salze), Spurenelemente und Vitamine werden mit in der Gesamtmischung verabreicht
  • die Mischungen müssen dem jeweiligen Bedarf des Patienten angepasst werden, da eine “ich bin satt“ - Regulation nicht möglich ist  

Kosten für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel

Die Verordnung der parenteralen Ernährung erfolgt durch Ihre/ n Hausärztin/ Hausarzt. Die Kosten für Arznei-, Verband- und Hilfsmittel werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Sie müssen allerdings eine Zuzahlung leisten.

·           Pro verordnete Arzneimittelpackung muss ein Anteil von 10 %, mindestens 5 Euro höchstens 10 Euro, jedoch nicht mehr als die Kosten des Mittels, zugezahlt werden.
Beachte: Diese Zuzahlungsregelung gilt bei Verbandstoffen pro Zeile!

·           Die für die Zubereitung und Applikation der parenteralen Ernährung benötigten zum Verbrauch bestimmten Hilfsmittel (z.B. Spritzen, Kanülen, Überleitsysteme) werden vollständig von der Krankenkasse bezahlt. Eine Zuzahlung von 10 %, jedoch insgesamt max. 10 EUR pro Monat, ist zu leisten.

·           Für eine Versorgung mit einer Infusionspumpe ist einmalig eine Zuzahlung von 10 EUR zu entrichten.

Folgende Pflegehilfsmittel, die für die Einhaltung aseptischer Arbeitsbedingungen und für die Versorgungssicherheit sinnvoll sind und sich bewährt haben, werden von einigen Kostenträgern nicht erstattet und müssen von den Betroffenen selber bezahlt werden:

  • Händedesinfektionsmittel
  • Hautdesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • Sterile und unsterile Handschuhe
  • sterile Arbeitsunterlage
  • Mundschutz
  • Kanülenabwurf

Im Allgemeinen übernimmt die Pflegekasse (bei Bestehen einer Pflegestufe) die Kosten für diese zum Gebrauch bestimmten Pflegehilfsmittel. Zu beachten ist, dass Pflegehilfsmittel nur als Sachleistung (gem. § 40 SGB XI) durch zugelassene Leistungserbringer abgegeben werden dürfen. Die bisherige Verwaltungspraxis der Kranken- bzw. Pflegekassen, den Versicherten den vorgesehenen Höchstbetrag von 31 EUR als Geldleistung zur Verfügung zu stellen, wird nur noch in Ausnahmefällen mit Begründung von der Aufsichtsbehörde akzeptiert.